DRK Feuerbach - GeschichteDRK Feuerbach - Geschichte

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Die Geschichte der Bereitschaft Feuerbach

Am 13.11.1913 gründeten 12 Frauen und Männer die Kolonne des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) Feuerbach. Feuerbach hatte als Industriestadt eine starke Arbeiterbewegung und da es zu dieser Zeit weder Arbeitsvorschriften noch einen Rettungsdienst gab, mussten sich die Arbeiter selbst helfen. Zum 1. Vorsitzenden wurde Georg Stöcker gewählt, Schriftführer wurde Friedrich Schöck und Kassier wurde Herr Säfle. Als Arzt stellte sich Dr. Koch zur Verfügung. Bei der Jahreshauptversammlung im Gasthaus Hirsch wurde am 13.06.1914 Gottlob Waldenmaier zur Unterstützung der Kolonnenführer gewählt.

Mit Beginn des 1. Weltkrieges wurde ein großer Teil der Mitglieder zum Militärdienst eingezogen, wo sie als Sanitäter eingesetzt wurden. Nach Ende des Weltkrieges wurde die Arbeit von den Zurückgekehr- ten wieder aufgenommen. Im Jahr 1919 hatte die Kolonne bereits 38 männliche und 17 weibliche Mitglieder undes wurde eine Jugendabteilung gegründet. Jugendleiter wurde Eugen Glaser.

Ab 1920 wurden die ersten Lehrgänge in Krankenpflege und Erster Hilfe von Dr. Sigmund und Dr. Böpple angeboten. Die Stadt Feuerbach stellte der Kolonne für ihre Arbeit einen Raum in der Gewerbeschule zur Verfügung. Bis 1933 konnte die Kolonne stetig wachsende Mitgliederzahlen vermelden.

 

1933 – 1945 Der 2. Weltkrieg

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde die ASB-Kolonne unter nationalsozialistische Führung gestellt und im Mai 1933 aufgelöst und vom Deutschen Roten Kreuz übernommen. Im Januar 1938 trat ein Gesetz in Kraft, das es ermöglichte die Neugestaltung des DRK im Geist nationalsozialistischer Führung zu verwirklichen. Die Sanitätskolonnen wurden in Bereitschaften umgewandelt. Beim Ausbruch des 2. Weltkrieges wurden die meisten Mitglieder zum Wehrdienst eingezogen. Die restlichen Mitglieder übernahmen Aufgaben im Luftschutz, bei der Betreuung von Lazarettzügen und der Behandlung der Bevölkerung nach Bombenangriffen. Aufgrund dessen fand zur Kriegszeit keine Bereitschaftsarbeit statt.

1946 – 1953 Nachkriegszeit und Neugründung

Am 26.01.1946 wurde im Gasthaus „3 Mohren“ die Neugründungsversammlung von ehemaligen Mitgliedern des ASB und des DRK abgehalten. Zum 1. Vorsitzenden wurde Otto Schneider gewählt, 1. Kassier wurde Fritz Bräuninger, welcher später Ehrenbereitschaftsleiter der Bereitschaft Feuerbach wurde.

Die Anfänge nach dem Krieg gestalteten sich schwer. Vom Material und den Gerätschaften war nicht mehr viel übrig und den Rest hatten die französischen Besatzungsgruppen mitgenommen.
In der Bismarckschule konnte eine kleine Baracke bezogen und genutzt werden. Im Jahr 1946 schlossen sich die Gruppen Weilimdorf und Feuerbach zusammen.

Am 06.08.1947 wurde dann das Rote Kreuz unter der Bezeichnung Württembergischer Landesverein vom Roten Kreuz, Kreisverein Stuttgart, in das Vereinsregister eingetragen.
Bereits 1950 wurde das Rote Kreuz in allen Besatzungszonen wieder in „Deutsches Rotes Kreuz“ umgeändert. Zu den üblichen Sanitätsdiensten auf dem Sportplatz und bei Veranstaltungen und den Erste-Hilfe-Kursen, kamen noch einige spezielle Aufgaben hinzu. Zum Beispiel die Hilfe beim DRK-Suchdienst und Sitzwachen im Feuerbacher Krankenhaus. Der erste Großeinsatz der Rotkreuz-Helfer war das Solituderennen, das bereits seit 1949 wieder stattfand. Ab 1953 konnte, nach langen Verhandlungen mit der Stadt Stuttgart,
ein neuer Versammlungsort in der Bregenzer Straße, im Gebäude der Feuerwehr, bezogen werden.

 

1954 – 1963 Die Jugendgruppen

Die Gruppe Weilimdorf löste sich 1954 von der Bereitschaft Feuerbach und gründet eine selbstständige Bereitschaft. Im gleichen Jahr wird in Feuerbach eine Jugendgruppe vom Roten Kreuz gegründet.
Im Jahr 1955 verstirbt Dr. Böpple nach 35-jähriger Mitgliedschaft. Die Anforderungen an die Rotkreuz-Helfer wurden immer höher. Ab 1956 wurden daher aktive Mitglieder zu Lehrgängen, zum Beispiel an die Landesschule Pfalzgrafenweiler geschickt. 1958 halfen einige Helfer der Bereitschaft Feuerbach an Feiertagen und Wochenenden beim Krankentransport Stuttgart aus, damals noch in 24-Stunden-Schichten.

Im November 1963 wurde in der Festhalle Feuerbach das 50-jährige Bestehen der Bereitschaft gefeiert.

 

1964 – 1973 Die erste Blutspendeaktion

1964 wurde die erste Blutspendeaktion in Feuerbach für die Bevölkerung in der Bismarckschule durchgeführt. Im gleichen Jahr wurde bei der Kühlerfabrik Behr eine Blutspendeaktion für die Mitarbeiter veranstaltet. Seit Anfang 1970 wurde der Kurs „Sofortmaßnahmen am Unfallort“ eingeführt. Diese Kurse, die seither alle Führerscheinbewerber besuchen müssen, ergänzten das Aufgabenfeld des Roten Kreuzes. Seit Anfang der 70er Jahre konnten sich Wehrp ichtige durch eine 10-jährige Verp ichtung beim Katastrophenschutz von der Wehrp icht befreien lassen.

 

1974 – 1983 Der Josef-Hahn-Stift

Anfang 1974 wird bekannt, dass es sich bei der Spende des Friseurmeisters Hahn um ein 3-Familienhaus handelt. Die Gespräche konnten erfolgreich zu Ende geführt werden.
Herr Hahn war von der Arbeit der Bereitschaft Feuerbach für die Bevölkerung überzeugt und förderte mit der Schenkung des Hauses in der Rhönstr. 10 die Arbeit der Bereitschaft weiter. Das Erdgeschoss wurde in 1500 Stunden Arbeit, im Verlauf des Jahres, zum Bereitschaftsheim umgebaut.

Am 19.10.1974 war es soweit. Das neue Bereitschaftsheim wurde im Beisein der Stadtverwaltung Stuttgart, Polizei und Mitgliedern des DRK Kreisverbandes eingeweiht. Nachmittags fand eine Ausstellung auf dem Festplatz über die Arbeit der Bereitschaft statt. Bei der Einweihung wurde unser Spender Josef Hahn zum Ehrenmitglied ernannt. Das Bereitschaftsheim trägt
seither den Titel Josef-Hahn-Stift.

Dank einer weiteren Geldspende von Herrn Hahn konnte im Jahr 1974 ein gebrauchter Krankenwagen (KTW)
für die Bereitschaft angeschafft werden.

Zwei der Kameraden, Friedrich Bräuninger und Helmut Knödler, wurden 1974 mit dem Ehrenzeichen des Deutschen Roten Kreuzes für ihre Arbeit in der Bereitschaft und im Kreisverband ausgezeichnet.

1975/76 wurden die Ausbildungsvorschriften für den Sanitätsdienst geändert und die Ausbildung wurde deutlich umfangreicher. Dank eines bereitschaftseigenen Ausbilders konnten Ende 1976 wieder alle Helfer voll ausgebil- det werden. Neue Einsätze auf der Feuerbacher Kirbe, Großveranstaltungen auf dem Wasen und Zusatzdienste im Krankentransport kamen zu den üblichen Aufgaben und Diensten dazu.

Im Jahr 1977 bekam die Bereitschaft vom Kreisverband einen gebrauchten VW-Bus aus dem Bestand des Kindertransportes für die umfangreiche Arbeit gestellt.
In den Jahren 1976 bis 1983 waren die Mitglieder der
Bereitschaft weitläu g im Kreisverband in den Bereichen

Verp egung und Betreuung eingesetzt.

Schon im Jahr 1987 war das DRK Feuerbach erstmalig
auf dem Feuerbacher Weihnachtsmarkt mit Glühwein
und Eintopf vertreten. Diese öffentlichkeitswirksamen Aktionen und Auftritte verankerten das DRK fest im
Stadtteil Feuerbach und in den Köpfen der Bevölkerung.
Im Jahr 1989 feierte die Bereitschaft mit einem Aktionstag auf der Stuttgarter Straße vor dem Marktkauf ihr 75-jähriges bestehen.

1991 - 2001 Die Bereitschaft wächst

1991 wechselten 26 Helfer vom Malteser Hilfsdienst zum Roten Kreuz. Die Feuerbacher Bereit- schaft nahm die Helfer trotz mancher Bedenken auf. Und war damit ein großes Problem – die sinkenden Mitgliederzahlen – los. Aber konnten die vielen neuen Helfer integriert werden?
Wie gut sich die Helfer schon nach kurzer Zeit eingelebt hatten, zeigte sich als einer der

neuen – Marcus Moroff im Jahr 1992 zum Bereitschaftsleiter gewählt wurde und ein Glücksfall für die Bereitschaft sein sollte. Unter seiner Leitung entwickelte sich die Bereitschaft prächtig. Vom kleinen VW-Bus bis hin zur ausgewachsenen Fahrzeug otte mit nagelneuen Mannschaftswagen. Mit der Verp ichtung für 10 Jahre bei 150 Dienststunden pro Jahr wurde man vom Wehr- oder Zivildienst befreit. Die Verp ichteten konnten ihren Lebensweg ohne Lücke fortsetzen, zwei Jahre früher eine Lehre beginnen, zwei Jahre früher im Beruf stehen und das Rote Kreuz hatte Helfer, die jedes Jahr Dienststunden leisteten und das garantiert über 10 Jahre. Viele Helfer wurden so zum festen Bestandteil der Bereitschaft.

1991 wurde der Zivildienst auf 15 Monate verkürzt und auch die Verp ichtungszeit auf 7,5 Jahre gesenkt. Schon 1996 wurde der Zivildienst weiter auf 13 Monate verkürzt. Die Zivildienstverkür- zung machte sich auch in den Helferzahlen der Bereitschaft bemerkbar. Ein neues Konzept zur Mitgliedergewinnung musste her. So wurde von Marcus Moroff das Konzept des Schulsanitäts- diensts (SSD) entwickelt. Jugendliche lernen Verantwortung zu übernehmen, der SSD verwaltet sich selbst. Die Jugendlichen lernen soziales Engagement und die Grundsätze des DRK kennen.

Die Schule pro tiert mit ausgebildeten und organisierten Sanitätern im Schulalltag davon.
Nach erfolgreichen Verhandlungen mit Schulleitern und dem Kreisverband konnte die erste Schulsanitätsgruppe am Neuen Gymnasium gegründet werden. Nachdem die ersten Schulsanitäter den Sanitätskurs in Feuerbach erfolgreich absolviert hatten, war der Grundstein für ein sehr erfolgreiches Projekt gelegt, das bis heute funktio- niert. Da die Schulsanitäter in der Bereitschaft eingebunden sind, pro tieren beide Seiten – Schule wie DRK – davon. Seit der Kooperation zwischen Schulen und DRK wuchs die Bereitschaft Feuerbach stetig. 

Im Jahr 2003 wurde die Bereitschaft Stuttgart-West aufgelöst. Den Mitgliedern wurde freigestellt, welcher Bereitschaft sie sich anschließen. Viele Botnager DRK-Angehörige haben sich der Bereitschaft Feuerbach angeschlossen. Seit diesem 2003 baute Marcus Moroff die Kooperation zwischen den Stadtteilen weiter aus und die Bereitschaft übernahm die Betreuung des Stadtteils, es entstand die Bereitschaft Feuerbach/Botnang.

Im Jahr 2005 wurde das Bereitschaftsheim aufwendig renoviert. Vom Keller bis zum Dachboden wurden Sanierungsmaßnah- men in Eigenarbeit durchgeführt, Wände neu gestrichen, Dämmungen angebracht und groß ächig neuer Boden verlegt. 

Durch die Wahl zum Kreisbereitschaftsleiter gab Marcus Moroff sein Bereitschaftsleiteramt an Tobias Laws ab. Im Jahr 2006 stand dann einer der größten Einsätze des Kreisverbandes und der Bereitschaft an.
Die Fussball-Weltmeisterschaft in Deutschland. Vom 09.06. bis 09.07.2006 waren etliche Helfer der Bereitschaft im Dauereinsatz auf dem Stuttgarter Schlossplatz und betreuten das Public Viewing.

Die Bereitschaft hat nun knapp 100 Mitglieder, einen ausgewachsenen Fuhrpark, bildet selbstständig in einem jährlich stattfindenden Sanitätskurs ihre Einsatzkräfte aus und ist gemeinsam mit den Bereitschaften Zuffenhausen und Weilimdorf in der Einsatzeinheit 2 in Stuttgart vertreten.